Appell an die Menschlichkeit

Trotz der Einigung der UNO auf eine Waffenruhe, liegt die syrische Region Ost-Ghouta weiter unter Beschuss. Beobachtungsstellen berichten von über 500 Todesfällen, allein in den letzten Tagen. Vielen Menschen kann im Moment nicht ausreichend geholfen werden kann.

Update vom 5.3.2018

Ärzte ohne Grenzen berichtet mittlerweile von mindestens 770 Toten und 4.050 Verletzen in Ost-Ghouta, die nicht ausreichend medizinisch versorgt werden können. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 18. bis 27. Februar. Es handelt sich dabei um Todesfälle bzw. PatientInnen in 20 Gesundheitseinrichtungen in Ost-Ghouta, die durch Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden. Die tatsächliche Zahl an Opfern dürfte also noch höher sein.
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Wegen ständigem Beschuss können NGOs in der Region um Damaskus kaum noch Hilfe leisten. © SOS-Kinderdorf / Christian Mungenast
13 Gesundheitseinrichtungen in Ost-Ghouta wurden laut einer Presseaussendung von Ärzte ohne Grenzen zwischen 18. und 21. Februar angegriffen und dabei zerstört oder beschädigt. Mittel, die für die medizinische Versorgung benötigt werden, wären zudem knapp. Lieferungen sind nicht möglich und die Restbestände an Blutkonserven und Narkosemitteln sind in den Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen schon aufgebraucht, berichtet die Organisation.

„Bestimmtes lebensrettendes Material bekommt man schlicht und einfach nicht. Wir appellieren an alle in und um Ost-Ghouta, die über medizinische Ausrüstung verfügen, diese dringend den Ärzten zur Verfügung zu stellen. Menschenleben hängen davon ab!“, erklärt Lorena Bilbao, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Syrien.

Keine Hilfe ohne Waffenruhe

Die Hilfsorganisation CARE meldete am 21. Februar, dass sie ihre Tätigkeit im Gebiet um Ost-Ghouta vorübergehend einstellen müsse. „Wenn jetzt kein Waffenstillstand erreicht wird, stehen wir vor einer humanitären Katastrophe. Die Lage in Ost-Ghuta ist so kritisch wie noch nie zuvor“, sagt dazu Marten Mylius, CARE-Nothilfekoordinator für den Nahen Osten, in einem Presse-Statement.

Auch Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer gerieten in den letzten Tagen unter Beschuss. „Es ist derzeit viel zu riskant, unsere Arbeit zu verrichten, alle sind angewiesen, sich in den Kellern zu verbarrikadieren“, wird in einer Presseaussendung eine Helferin zitiert, die nur knapp eine Bombenexplosion überlebte. Die Kapazitäten, betroffene Kinder in einem Nothilfezentrum zu betreuen, seien laut SOS-Kinderdorf vorhanden. Wegen dem durchgehenden Beschuss, könnten viele Helfer derzeit nicht zu den Betroffenen vordringen.

Keine Worte

Das Kinderhilfswerk UNICEF veröffentlichte bereits letzte Woche eine leere Pressemitteilung, um ein Statement zum Geschehen in Syrien abzugeben. UNICEF kommentiert diese Mittelung mit nur einem Satz: "Keine Worte werden den getöteten Kindern, ihren Müttern, ihren Vätern und ihren Angehörigen gerecht werden.“
AutorIn:
Elisa Heißenberger
26.02.2018