Radio gegen ungerechte Arbeitsverhältnisse

Bereits seit 1995 berichtet ein kolumbianischer Radiosender über Ungerechtigkeiten, politische und soziale Prozesse. Zielpublikum sind die BlumenarbeiterInnen der Sabana de Bogotá.

Die Industrieregion Sabana de Bogotá ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Kolumbiens und ein boomendes Zentrum für Schnittblumenplantagen. Nahe der Hauptstadt Bogotá gelegen, steigt das Interesse des internationalen Marktes an der Sabana stetig. Doch die schlechten Arbeitsbedingungen in den unzähligen Betrieben machen deutlich, dass die Industrialisierung nicht nur Gewinner kennt. Seit 1995 informiert die Corporacíon Cactus daher über die Rechte der BlumenarbeiterInnen, die Risiken im Umgang mit Chemikalien und wie man sich am Arbeitsplatz effektiv vor diesen schützen kann.

In kolumbianischen Medien überwiegt das Unterhaltungsprogramm deutlich, eine kritische Auseinandersetzung mit Medien, so die Aktion Familienfasttag, gibt es kaum. Zur Berichterstattung setzt die Corporacíon Cactus dennoch auf das Radio – und ist dabei äußerst erfolgreich! Doch der Sender des Vereins möchte nicht nur über Ungerechtigkeiten, politische und soziale Prozesse informieren: Regelmäßig organisiert er Workshops, damit Betroffene selbst "die Stimme erheben und gehört werden" können.

Frauen werden besonders dazu ermutigt, sich aus ihrer subalternen Position zu erheben. So kostet ein zweitätiger Intensivkurs zu Radioarbeit und Kommunikation etwa 50 Euro pro Person.
05.12.2017