Medizinische Hilfe in syrischen Kriegsgebieten

Die internationale Hilfsorganisation ist in Syrien aktiv und versorgt Geflohene im Irak, Libanon und in Jordanien.

Nach über sieben Jahren des Krieges sind die städtischen Ballungsräume in Syrien weitgehend zerstört. Auch im Jahr 2017 hielt der Krieg mit ungezügelter Gewalt an. MSF ist im aktuellen Konflikt seit 2011 vor Ort im Einsatz.

Die Hilfsorganisation fasste 2014 den Entschluss, sich aus den besetzten Gebieten des "Islamischen Staats" zurückziehen: Nach der Entführung und späteren Freilassung von MitarbeiterInnen stimmten die Gruppenführer des IS dem Ansuchen von MSF nicht zu, den Einsatzkräften und PatientInnen der Organisation eine künftige Sicherheitsgarantie zu gewähren. Aktuell ist Ärzte ohne Grenzen lediglich in jenen Regionen tätig, die von Oppositionellen oder kurdischen Gruppen kontrolliert werden.
Kampagne #NotATarget © Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF)

Kampagne #NotATarget

Allein im Jahr 2015 kamen 23 syrische MSF-MitarbeiterInnen zu Tode, 58 wurden verletzt. 63 Einrichtungen, die von Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden, wurden im selben Zeitraum 94 Mal angegriffen, wovon zwölf aufgrund der starken Zerstörung geschlossen werden mussten.

Um auf die extrem gefährlichen Umstände aufmerksam zu machen, unter denen die MSF-Teams täglich Leben retten, gibt es seit 2016 die Online-Kampagne #NotATarget, um Rettungsdienste, ÄrztInnen und vor allem auch PatientInnen vor Angriffen zu schützen.

Aktuelle Tätigkeiten von MSF in Syrien (Zusammenfassung)

  • In Gebieten, für die ein sicherer Zugang verhandelt wurde, unterstützen Teams von Ärzte ohne Grenzen sechs Krankenhäuser und sieben Kliniken. Zudem wurden sechs mobile Teams und weitere sechs Impfteams in den von Oppositionskräften kontrollierten Norden des Landes geschickt.
  • Nach der Offensive in al-Raqqa behandelten Teams von MSF 233 Personen, die von versteckten Sprengfallen und Minen verletzt wurden.
  • In der Provinz al-Haska wurde eine Notaufnahme-Station renoviert, in der 3.800 PatientInnen behandelt und 563 chirurgische Eingriffe vorgenommen wurden.
  • Auch in der Provinz Aleppo wurde ab März die ambulante und stationäre Hilfe wieder aufgenommen.
  • In der Provinz Idlib lag 2017 der Fokus auf der Behandlung chronischer Krankheiten und Impfkampagnen.
  • Die Region Homs wurde aus der Ferne unterstützt.
  • In den Provinzen Dara und Nuneitra wurde in acht Kliniken medizinische, technische und logistische Hilfe geleistet sowie der Grundstein für telemedizinische Unterstützung gelegt.

    Insgesamt 900.000 Euro spendeten ÖsterreicherInnen im Jahr 2017 für die Hilfsaktionen von Ärzte ohne Grenzen in Syrien.

Spendenhinweis

Die einzelnen Einsätze von Ärzte ohne Grenzen können nicht seperat unterstützt werden. Die Organisation verteilt die Spendeneinnahmen nach Bedarf.
13.09.2018