Ebola-Behandlungszentren der Ärzte ohne Grenzen

Die Ärzte ohne Grenzen sind schon seit März 2014 in den betroffenen Ländern Westafrikas aktiv.

"Wir bewegen uns sehr vorsichtig, wir vermeiden belebte Plätze - Märkte sind zum Beispiel für uns Tabu. Wir setzen uns nirgendwo hin, fahren nur in unseren eigenen Autos", beschreibt der Osttiroler Marcus Bachmann, Einsatzleister der Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone, den Alltag im Ebola-Gebiet.

Schon seit März 2014 ist Ärzte ohne Grenzen in Westafrika im Einsatz, hat seither 5.000 Ebola-PatientInnen behandelt - ein Fünftel aller registrierten Fälle. 2.300 PatientInnen konnten gesund entlassen werden.

In Guinea, Liberia und Sierra Leone sind 2.800 MitarbeiterInnen von Ärzte ohne Grenzen im Einsatz. Sogenannte Rapid Response Teams stehen bereit, um auftretende Fälle umgehend zu behandeln. Weitere Teams von Ärzte ohne Grenzen kümmern sich um die Nachverfolgung von Kontaktpersonen Infizierter, leisten Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und trainieren Teams von Gesundheitszentren im Bereich Infektionskontrolle. Zudem sind Ärzte ohne Grenzen an Studien über Ebola-Medikamente beteiligt.

Ärzte ohne Grenzen betreibt sieben Ebola-Behandlungszentren in den drei betroffenen Staaten Westafrikas sowie ein Screening-Zentrum in Guinea, in dem Erkrankte mit Verdacht auf Ebola vorübergehend isoliert und untersucht werden.

Im Jänner wurde in Kissy, einem Vorort von Sierra Leones Haupstadt Freetown, ein Behandlungszentrum speziell für schwangere Frauen eröffnet. Zudem wurden in Freetown 1,8 Millionen Malaria-Medikamente verteilt. Die ersten Symptome bei Malaria sind die selben wie bei Ebola. So soll die Gefahr verringert werden, dass Malaria-PatientInneen mit Fieber wegen Verdachts auf Ebola in Behandlungszentren kommen.




Es gibt keine Therapie gegen Ebola. In den Ebola-Behandlungszentren können zumindest die Krankheitssymptome behandelt und auf diese Weise die hohe Sterblichkeit verringert werden. PatientInnen, die zum Beispiel infolge starken Durchfalls - ein Symptom von Ebola - dehydriert sind, bekommen eine spezielle Salzlösung oder Infusionen.

Es gibt auch noch keine Impfung gegen Ebola. Momentan befinden sich zwei Impfstoffe in klinischen Testphasen. Diese könnten jedoch erst in größerem Umfang eingesetzt werden, wenn unter anderem deren Sicherheit und Effektivität gewährleistet sind und die Impfung an die örtlichen Gegebenheiten (wie zum Beispiel mangelhafte Kühlketten) angepasst ist.

Spendenhinweis

Die einzelnen Einsätze von Ärzte ohne Grenzen können nicht seperat unterstützt werden. Die Organisation verteilt die Spendeneinnahmen nach Bedarf.
27.03.2015